Click Dummy [klɪk ˈdʌmi]

Was ist ein Click Dummy? 🤔

Ein Click Dummy (auch Klick-Dummy oder Klick-Prototyp genannt) ist eine Art interaktiver Prototyp, der primär dazu dient, die Navigation und den Benutzerfluss (User Flow) einer digitalen Anwendung wie einer Webseite, einer mobilen App oder einer Software zu simulieren. Er besteht aus einer Reihe von statischen Bildschirmen – das können einfache Wireframes, detailliertere Mockups oder finale Design-Entwürfe sein –, die über interaktive Bereiche (sogenannte Hotspots) miteinander verknüpft sind. Benutzer können auf diese Hotspots klicken (z.B. auf Buttons, Links oder Menüeinträge), um zum nächsten vorgesehenen Bildschirm zu gelangen und so die grundlegende Interaktion nachzuempfinden.

Entscheidend ist, dass ein Click Dummy in der Regel keine echte Funktionalität, keine Datenbankanbindung und keine komplexe Logik enthält. Die Interaktionen beschränken sich auf das Navigieren zwischen den vorbereiteten Ansichten. Ziel ist es nicht, eine funktionierende Anwendung zu bauen, sondern das Navigationskonzept, die Informationsarchitektur und die grundlegende Bedienung erlebbar und testbar zu machen, bevor aufwendige Programmierarbeit beginnt. Die visuelle Detailtreue (Fidelity) kann dabei von sehr niedrig (Low-Fidelity) bis sehr hoch (High-Fidelity) reichen.

Zweck und Einsatzbereiche

Click Dummies sind ein wertvolles Werkzeug in frühen Phasen des Design- und Entwicklungsprozesses. Ihr Hauptzweck ist es, schnelles Feedback zu zentralen Aspekten der Benutzeroberfläche zu erhalten. Sie werden häufig eingesetzt, um:

  • Navigationskonzepte zu testen: Ist die Menüstruktur verständlich? Finden Nutzer die gesuchten Informationen und Funktionen leicht?
  • User Flows zu validieren: Können Benutzer Kernaufgaben (z.B. einen Bestellprozess, eine Registrierung) intuitiv und effizient durchlaufen?
  • Designideen zu kommunizieren: Sie dienen als greifbares Kommunikationsmittel im Team, gegenüber Stakeholdern oder Kunden, um Designentscheidungen zu veranschaulichen und Diskussionen anzuregen.
  • Usability-Tests durchzuführen: Schon bevor eine Zeile Code geschrieben wurde, können erste Usability-Tests mit echten Nutzern durchgeführt werden, um grundlegende Probleme in der Benutzerführung aufzudecken.
  • Anforderungen zu schärfen: Durch die Visualisierung der Interaktion können Missverständnisse in den Anforderungen frühzeitig erkannt und geklärt werden.

Erstellung und Werkzeuge

Die Erstellung eines Click Dummies basiert auf dem einfachen Prinzip, statische Bildschirmansichten miteinander zu verlinken. Zuerst werden die einzelnen Screens entworfen, die die verschiedenen Zustände der Anwendung repräsentieren. Anschließend werden auf diesen Screens klickbare Bereiche (Hotspots) definiert und mit den entsprechenden Ziel-Screens verknüpft. Wenn ein Nutzer im Prototyp auf einen Hotspot klickt, wird einfach der verlinkte Bildschirm angezeigt.

Für die Erstellung gibt es eine Vielzahl von spezialisierten Design- und Prototyping-Werkzeugen, die diesen Prozess stark vereinfachen. Zu den beliebtesten gehören Figma, Adobe XD, Sketch (oft in Kombination mit InVision oder als eigene Funktion), Axure RP und Balsamiq (speziell für Low-Fidelity-Wireframes). Diese Tools ermöglichen es oft, die Screens direkt zu gestalten und anschließend die interaktiven Verknüpfungen zu definieren. Alternativ können auch Online-Plattformen wie InVision oder Marvel genutzt werden, um bereits existierende Screens hochzuladen und mit Hotspots zu versehen. In sehr einfachen Fällen kann sogar Präsentationssoftware wie PowerPoint oder Keynote mit internen Folienverknüpfungen für simple Click Dummies verwendet werden.

Vorteile und Limitationen

Click Dummies bieten mehrere signifikante Vorteile. Sie sind in der Regel schnell und kostengünstig zu erstellen, verglichen mit der Entwicklung funktionaler Prototypen oder der fertigen Anwendung. Sie ermöglichen eine frühe Validierung von Designkonzepten und Nutzerflüssen, was hilft, teure Fehlentwicklungen und spätere Änderungen zu vermeiden. Da sie sich auf Navigation und Struktur konzentrieren, lenken sie das Feedback auf diese Kernaspekte, ohne durch technische Details oder komplexe Interaktionen abzulenken. Zudem sind sie ein sehr effektives Kommunikationsmittel, um Designideen greifbar zu machen.

Allerdings haben Click Dummies auch klare Limitationen. Die Interaktivität ist begrenzt; komplexe UI-Elemente (wie Drag-and-Drop, Schieberegler mit direkter Auswirkung), dynamische Inhalte, Dateneingaben mit Validierung oder die Verarbeitung von Nutzerdaten können nicht oder nur sehr rudimentär simuliert werden. Insbesondere hochauflösende Click Dummies können bei Stakeholdern oder Testnutzern unrealistische Erwartungen wecken, da sie fast fertig aussehen, aber keine echte Funktionalität bieten. Aspekte wie Ladezeiten, Performance oder die Robustheit der Backend-Logik können damit nicht getestet werden.

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